Kästner, heute vor allem durch seine Kinderbücher bekannt, lieferte in den Zwanziger- und Dreißigerjahren sehr viele Kabaretttexte. Dass seine Gedichte, mit denen er, nicht frei von Moralismen, seine Zeit erbarmungslos sezierte, auch nach 1945 griffen, zeigten nicht nur die Münchner Kabaretts der Nachkriegszeit, u. a. „Die Schaubude“ und „Die kleine Freiheit“, an denen Kästner selbst mitwirkte, sondern auch das „Kom(m)ödchen“, das Kästner-Gedichte in sein Programm aufnahm.
Hannelore Kaub studierte in Berlin und Heidelberg Publizistik, Anglistik und Hispanistik. Im Heidelberger Dolmetscher-Institut Germersheim stieß sie zum Studentenkabarett „Bügelbrett“. Sie schrieb Texte und führte Regie. Ab 1960 übernahm sie die künstlerische Leitung. Einem breiteren Publikum wurde sie bekannt durch einen Fernsehskandal, als in einer Fernsehaufzeichnung des Programms „Stolz auf Deutschland“ u. a. eine kritische Nummer über den französischen Staatspräsidenten de Gaulle mit Beifallsgeräuschen akustisch überdeckt, andere Nummern geschnitten wurden. 1969 kaufte das „Kom(m)ödchen“ ihr Programm „Trotzdem ... Rot ist die Hoffnung“. Es wurden aber nur einige Nummern aus diesem Programm gezeigt. Anfang der Siebzigerjahre schrieb sie eigens für die Düsseldorfer Kabarettbühne. Später wirkte Hannelore Kaub als Autorin bei Sendungen des „Scheibenwischer“ und „Kennzeichen D“ mit. 1995 hat sich Hannelore Kaub als eine der erfolgreichsten Kabarettistinnen der Nachkriegszeit mit ihrem Soloprogramm „Das Allerletzte“ aus der aktiven Kabarettarbeit zurückgezogen.
Kingsley machte als Musiker vor allem mit Synthezisermusik Karriere. In den Siebzigerjahren wurde sein Hit „Popcorn“ über 10 Millionen Mal verkauft. In den späten Siebzigerjahren schrieb er die Musik zum Musical „Der Hauptmann von Köpenick“ nach einem Buch von Klaus Budzinski.
Kosiarka hatte seit 1941 Bühnenerfahrung und war lange Jahre am Aachener „Grenzland-Theater“ engagiert. Er spielte auch für das Fernsehen und für das Kölner Volkstheater „Millowitsch“. Am „Kom(m)ödchen“ war er von 1972 bis 1978 engagiert. 1982 trat er mit seinem Soloprogramm „Kosi-Kosiarka“ im „Kom(m)ödchen“ auf.
Nach einem Studium der Literaturwissenschaft und Soziologie promovierte er zum Dr. phil. Krausnick lebt als freier Schriftsteller in Neckargemünd bei Heidelberg. Bekannt wurde er durch engagierte Science-Fiction-Romane und Hörspiele, Film- und Fernsehdrehbücher, Theaterstücke und Kabaretttexte. Er schrieb Biografien und Sachbücher über den Völkermord an Sinti und Roma. Krausnick schrieb Texte für zahlreiche „Kom(m)ödchen“-Programme, u. a. „Playback“ 1982, „Die Sache Mensch“ 1983 und „Da können Sie Gift drauf nehmen“ 1984.
Sie wurde als Schauspielerin bekannt. Helga Kruck spielte in der Hamburger „Mausefalle“, die 1951 parallel zur Stuttgarter „Mausefalle“ von Werner Finck und Ludwig Gang gegründet wurde. Das politisch-literarische Kabarett eröffnete mit dem Programm „Von Falle zu Falle“. Nachdem die Pläne zur Wiederbewaffnung bekannt geworden waren, wurde das Programm in „Hut ab – Helm auf“ umbenannt. Die Texte lieferte außer Werner Finck auch Eckart Hachfeld, durch den Helga Kruck 1957 auch an das „Kom(m)ödchen“ kam.
Kruse wirkte schon von 1933 bis 1937 nach einem Klavierstudium in Zürich als Komponist und musikalischer Leiter bei der „Pfeffermühle“ und von 1934 bis 1942 beim „Cabaret Cornichon“ mit. Auch für weitere Kabaretts hat er komponiert. Zwischen 1955 und 1960 war Kruse als Pianist und Komponist am „Kom(m)ödchen“ verpflichtet. Auch danach wurden seine Kompositionen dort umgesetzt.
Er trat von 1964 bis 1965 als Ensemblemitglied im „Kom(m)ödchen“ auf. Kübel spielte neben Jochen Busse auch im politisch-satirischen Kabarett „Die Schmiere. Das schlechteste Theater der Welt“ in Frankfurt. Die „Schmiere“ wurde 1950 eröffnet, zunächst im Kurhaussaal in Bad Vilbel, dann im Keller des „Steinernen Hauses“ in Frankfurt, seit 1959 im Keller des dortigen Karmeliterklosters. Wie das „Kom(m)ödchen“ existiert die „Schmiere“ auch heute noch, versteht sich allerdings als Repertoirekabarett mit fast täglich wechselndem Programm. Sie ist geprägt von der radikal-demokratischen Einstellung ihres Gründers Rudolf Rolfs.
Kuby studierte Volkswirtschaft. Seine Kriegserfahrungen hielt er schonungslos in seinem Tagebuch fest. Nach 1945 war er an der Mitbegründung der Zeitschrift „Der Ruf“ in amerikanischer Kriegsgefangenschaft beteiligt. Aus diesem Umkreis entstand später die „Gruppe 47“. Kuby machte sich einen Namen als kritischer politischer Journalist. Er schrieb das Drehbuch zum Film „Das Mädchen Rosemarie“, in dem die Wirtschaftswunderwelt der Nachkriegszeit mit ihrer zerfallenden Moral aufs Korn genommen wurde. Weniger erfolgreich wurde sein kabarettistisches Theaterstück „Die Dame in Bonn oder das Ritterkreuz“, das Trude Kolman in den Sechzigerjahren in der Münchner „Kleinen Freiheit“ inszenierte. Kuby arbeitete als Texter für das „Kom(m)ödchen“.
Nach einjährigem Journalistikstudium absolvierte Maike Kühl ihre Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule. Es folgten ein Filmschauspiel-Workshop an der Filmakademie Ludwigsburg sowie Schauspielengagements an den Münchner Kammerspielen, in St. Gallen, Bern und Köln. Die in Bayern aufgewachsene Maike Kühl kann nicht nur perfekt spielen, singen und Hochdeutsch sprechen – seit 2006 beweist sie im „Kom(m)ödchen“, dass sie auch auf der Kabarettbühne zuhause ist.
Kühn war zunächst Journalist. 1965 bis 1969 arbeitete er als Redakteur beim Hessischen Rundfunk. Er produzierte dort die Funkkabarett-Reihe „Bis zur letzten Frequenz“. Seit 1970 arbeitet Kühn freischaffend als Autor und Regisseur. Er war für das „Reichskabarett“ und „Die Wühlmäuse“ tätig und schrieb für das „Kom(m)ödchen“ 1971 mit an dem Programm „Legt die Weichen um“. Als Textautor schrieb er auch für Wolfgang Neuss, Hanns Dieter Hüsch und Jürgen von Manger. Für das Fernsehen machte er Satiresendungen und Dokumentationen. Mit Dieter Hildebrandt startete er die ZDF-Satiresendung „Notizen aus der Provinz“. In mehreren Publikationen arbeitete er die Geschichte des Kabaretts auf und gab Textanthologien heraus.
Kunze ist aufgewachsen in Süddeutschland. Nach dem Abitur gelang ihm die Aufnahme in die Hochbegabten-Stiftung „Maximilianeum“. 1964 bis 1968 absolvierte er ein Jurastudium in München. Seit 1969 war er freiberuflicher Liedertexter und Schallplattenproduzent, nebenher schloss sich ein Studium der Philosophie und Geschichte an. Als Liedertexter schrieb er einen Großteil der Texte zu Lore Lorentz’ Soloprogramm „Spielregeln für Querdenker“ (1988). Kunze wurde auch durch Buchveröffentlichungen und Arbeiten für das Musiktheater bekannt. Aus seiner Feder stammen viele bekannte Musicals, u. a. „Elisabeth“, „Tanz der Vampire“ zusammen mit Roman Polanski, „Mozart! – Das Musical“ oder die deutsche Adaption zu „Wicked – Die Hexen von Oz“.
Dieter Kursawe spielte im dritten Programm des „Reichskabaretts“ in Berlin, „Wir kennen keine Parteien mehr“, mit. Es befasste sich thematisch mit der Allparteienzustimmung im Kontext der Notstandsgesetzgebung. Seine Genese als Kabarettist begann im politisch-satirischen Kabarett „Die Sieben Schaben“, das 1958 an der Evangelischen Studentengemeinde der „Freien Universität Berlin“ unter der Leitung von Eberhard Kuhrau und Klaus Rosenthal entstanden war. 1964 hatte sich das Ensemble aufgelöst. Zunächst ging Kursawe zu den „Wühlmäusen“. Unter seiner Beteiligung sezessionierte daraus das „Reichkabarett“. 1969 war Kursawe neben anderen Autoren als Texter für das „Kom(m)ödchen“-Programm „Es geht um den Kopf“ tätig.
Renate Küster war 1956 bis 1959 Schülerin am „Max Reinhardt Seminar“ in Berlin. Bei Tatjane Gsovsky erhielt sie Ballettunterricht und arbeitete kurze Zeit als Fernsehansagerin. Seit 1960 spielte sie an unterschiedlichen Bühnen, u. a. am „Grips-Theater“, und für Film und Fernsehen. Kabaretterfahrung gewann sie ebenfalls in Berlin bei den „Wühlmäusen“ in der Hardenbergstraße, wo auch Dieter Hallervorden Karriere machte. Die „Wühlmäuse“ wurden bekannt als politisches Kabarett. Renate Küster spielte 1961 im Programm „Lieb Vaterland, schlaf ruhig ein“. Nachdem sich unter Volker Ludwig das „Reichskabarett“ als radikalere Bühne von den „Wühlmäusen“ abgespalten hatte, trat Renate Küster dort 1967 neben Wolfgang Neuss auf. Die Texte für diese politisch hochbrisante Phase schrieben u. a. Eckart Hachfeld und sein Sohn Volker Ludwig, die beide auch für das „Kom(m)ödchen“ tätig waren. 1978 war Renate Küster am „Kom(m)ödchen“ engagiert. 1991 spielte sie mit Dieter Hildebrandt in einer satirischen szenischen Aufarbeitung des Kriegsgeschehens der Gegenwart in „Wippchen oder Die Schlacht am Metaphernberge“. Als Vorlage diente eine Satire von Julius Stettenheim, die 1886 in der Zeitschrift „Berliner Wespen“ erschienen war. Schon 1985 hatte Renate Küster neben Jochen Busse und Henning Venske in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft am Programm „Jugend raus“ mitgewirkt.
Darüber hinaus lieh sie als Synchronsprecherin zahlreichen Berühmtheiten wie Jane Fonda, Faye Dunaway oder Catherine Deneuve ihre Stimme.
Renate Küster ist heute mit dem Kabarettisten Dieter Hildebrandt verheiratet.
