Düsseldorf-Premiere – jetzt mit 40 Prozent weniger Zukunftsangst
Nils Heinrich hat keine Bedenken bezüglich seiner ganz persönlichen Zukunft. Jeder muss heute gucken, wo er bleibt – im Flugzeug, im Bunker, im selbstfahrenden Auto, im Flugtaxi. Er muss nur abchecken, wie man Leute unter 20 erreicht, wohingegen Menschen zwischen 30 und 70 per WhatsApp kommunizieren. Die eigenen Eltern schicken einem SMS und das Festnetztelefon haben viele nur noch wegen Oma. Und dann fragt man da rein: Was findest du cringe, was ist nice, was geht ab? Die Antwort: Mein Nagellack. So ist sie, die Gen-Z. Guckt auf Tiktok Deepfakes und rennt mit T-Shirts rum, auf denen „Nirvana“ oder „Friends“ steht. Das ist so, als hätte Heinrich in den 80ern T-Shirts getragen, auf denen „Comedian Harmonists“ oder „Heinz Rühmann“ steht. Doch er geht mit der Zeit: wenn er was auf Insta kommentiert, ist das mehrfach codiert: ein rotes Herz bedeutet Liebe, orange heißt „alles wird gut“. Eine Aubergine ist ganz schlimm, ein Reiter auf einem Pferd bedeutet „Rossmann“. Nils Heinrich hat Zahnfüllungen aus zwei Gesellschaftssystemen im Mund. Die erzeugen Strom. Diese zusätzliche Energie kann er gut gebrauchen. Denn er weiß: es gibt keine Gewissheiten mehr, nicht im Politischen und schon gar nicht im Privaten.